Wolfgang Heuwinkel
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© 2016 Wolfgang Heuwinkel



 Zeitreise
 Zellstoff-Block mit Baumeinpflanzung

 

Wolfgang Heuwinkel zentriert sein künstlerisches Gestalten um das Material Papier. Im Laufe von vielen Jahren entsteht ein Werk, das uns in Reihungen und Serien sowohl die Ästhetik dieses Materials zeigt, wie die Dimensionen seiner Materialität auslotet: Holz, Zellstoff, Pulp, Papier – Heuwinkel initiiert natürliche Prozesse, kombiniert, variiert und überrascht mit immer wieder neuen (Er)findungen.

Heuwinkels Anfänge liegen in der Aquarellmalerei, einer subtilen Wasserfarbenmalerei auf Papier. Sein bevorzugtes Motiv ist die Landschaft. Aber schon bald wendet sich der Künstler von der Abbildung der Natur ab und forscht nach neuen künstlerischen Ausdrucksformen. Er will nicht nur das wiedergeben, was das Auge wahrnimmt, sondern auch die Gestalt bildenden Kräfte und Prozesse in der Natur darstellen.
Seit Mitte der 80er Jahre beschäftigt sich Heuwinkel verstärkt mit dem Basismaterial der Papierherstellung: Zellstoff. Heuwinkel ist das Material Pulp/Zellstoff aufgrund seines einstigen Arbeitsumfeldes der Papierfabrik Zanders in Bergisch Gladbach vertraut. Er sieht in den schweren und harten Faserplatten und dem mit Wasser und Chemikalien zersetzten Faserbrei nicht nur Zwischenprodukte der Papierherstellung, sondern wählt sie von nun an als Material für künstlerische Experimente.

Die Baumeinpflanzungen stehen als eigenständige „Skulpturen“ sowohl im städtischen Raum – zum Beispiel im Umfeld des Leopold-Hoesch-Museums in Düren - sowie in Parks und Gartenanlagen. Auf den ersten Blick erscheint der schwere Zellstoffblock, der aus vielen Lagen fast quadratischer Zellstoffplatten besteht, wie ein traditioneller Sockel für den kleinen Nadelbaum. Erst auf den zweiten Blick erkennt man die vom Künstler initiierte Symbiose von Baum und Zellstoffsockel: Der Baum wächst in dem Zellstoffblock. Es ist voraus zu sehen, dass das Material Zellstoff mehr und mehr zerfallen und sich irgendwann in den natürlichen Kreislauf der Natur wieder eingliedert wird. Mit dem hier künstlerisch neu abgesteckten Terrain berührt Heuwinkel nicht nur Fragen der Ökologie, sondern stellt sich auch einer für die jetzige Gesellschaft wichtigen ethischen Debatte, in der unser Umgang mit der Natur und ihren Ressourcen verhandelt wird.
Quelle: www.haus-staade.de